WHO-Tag zur Beseitigung von Gebärmutterhalskrebs

14.11.2022. Die Österreichische Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft für gynäkologische Onkologie (AGO) möchten auch heuer wieder im Rahmen des „WHO Cervical Cancer Elimination Day of Action“ auf die Wichtigkeit der HPV-Impfung im Kampf gegen Krebs hinweisen und lassen daher den Grazer Uhrturm in „Petrol“ erstrahlen.

 

Die Einführung der HPV-Impfung war ein Meilenstein im Kampf gegen Krebs. Sie ist nachweislich wirksam gegen HPV-assoziierte gynäkologische Krebserkrankungen, Analkrebs, Peniskrebs und Krebs im Mund- und Rachenraum. Durch die HPV-Impfung kann das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, drastisch reduziert werden. Eine in dem renommierten Lancet Magazin veröffentlichte englische Studie (November 2021) weist eine Schutzrate von 87 Prozent gegen die zwei gefährlichsten Varianten der HP-Viren (HPV 16 und HPV 18) nach. Zusätzlich werden durch die HPV-Impfung Krebs von Scheide und Vulva sowie die Entstehung von Genitalwarzen und Gebärmutterhalskrebs-Vorstufen, welche jährlich rund 6.500 chirurgische Eingriffe notwendig machen und die Fruchtbarkeit gefährden können, weitgehend verhindert.

 

Die Impfung wird als 2-fach-Impfung für Mädchen und Buben vom vollendeten 9. Lebensjahr bis zum vollendeten 12. Lebensjahr kostenfrei im Rahmen des Kinderimpfprogrammes angeboten, vom vollendeten 12. Lebensjahr bis zum vollendeten 18. Lebensjahr zum vergünstigten Selbstkostenpreis. „Es gibt keinen vernünftigen Grund, Kinder und Jugendliche – und sich selbst – nicht gegen HPV impfen zu lassen,“ so Krebshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Paul SEVELDA. „Es ist sehr bedauerlich, dass eine derart erwiesen wirksame Impfung gegen eine Reihe von Krebserkrankungen von so vielen Menschen noch immer nicht in Anspruch genommen wird. Es braucht einen nationalen Schulterschluss, in dem alle gefordert sind, ihrer gesundheitspolitischen Verantwortung nachzukommen und Eltern, Erziehungsberechtigte und Jugendliche über die Wichtigkeit der HPV-Impfung zu informieren,“ so Sevelda.

UPDATE: Am Abend dieser Aussendung wurde durch das Gesundheitsministerium bekannt gegeben, dass die HPV-Impfung ab 2023 bis zum vollendeten 21. Lebensjahr KOSTENFREI angeboten wird, siehe dazu auch die entsprechende Bedankung durch Krebshilfe und AGO. 

 

WHO fordert eine Durchimpfungsrate von 90% bis 2030

Im August 2020 verabschiedete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Resolution, in der die Beseitigung von Gebärmutterhalskrebs gefordert und eine Strategie zur Umsetzung verabschiedet wurde. 194 Länder, darunter auch Österreich, haben sich den Zielen für 2030 angeschlossen und verpflichten sich dadurch u.a. auch zur Erreichung einer 90%igen HPV-Durchimpfungsrate bis 2030.

„Acht Jahre nach Aufnahme der HPV-Impfung in das kostenfreie Kinderimpfprogramm stehen wir in Österreich bei etwa 40% Durchimpfungsrate. Das heißt, wir haben leider bei weitem noch nicht jene Durchimpfungsrate erreicht, wie sie etwa in Großbritannien, Portugal oder Australien schon seit längerem der Fall ist, so AGO-Präsident Assoz.-Prof. Dr. Christoph GRIMM.“

 

Der Grazer Uhrturm leuchtet am 17.11.2022 in Petrol“

Am 17. November werden auch heuer wieder Gebäude und Sehenswürdigkeiten auf der ganzen Welt in der Farbe Petrol/Blaugrün beleuchtet - der Farbe des Bewusstseins für Gebärmutterhalskrebs -, um auf die Wichtigkeit der HPV-Impfung und auf die notwendige Erhöhung der Durchimpfungsrate hinzuweisen. Auf Initiative von OA Dr. Christian Schauer wurde bereits 2021 das Wiener Riesenrad in „Petrol“ erleuchtet, 2022 wird der Grazer Uhrturm ein deutlich sichtbares Zeichen in Petrol setzen. „Bis 2030 wird weltweit ein weiterer Anstieg auf 700.000 Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen erwartet und 400.000 Frauen, die aufgrund der Erkrankung ihr Leben verlieren,“ so Schauer. „Um Gebärmutterhalskrebs zu eliminieren, braucht es –  wie von der WHO vorgegeben – Strategien, um dem entgegen zu wirken. Die Beleuchtung des Grazer Uhrturms soll Aufmerksamkeit erregen und viele junge Menschen beider Geschlechter zur Impfung ermutigen“ so Schauer.

„Wir haben in Österreich eines der besten HPV-Schulimpfprogramme der Welt, in dem sowohl Mädchen als auch Buben die kostenlose HPV-Impfung erhalten können,“ so Krebshilfe-Steiermark-Präsidentin Univ.-Prof. Dr. Florentia Peintinger. „Wir danken Dr. Schauer für diese wichtige Initiative und sind selbstverständlich mit dabei, um gemeinsam mit 194 Ländern an dem 17.11. ein sichtbares Zeichen in „Petrol“ auszusenden“.  

 

Presse-Einladung zum Fototermin:

17.11.2022 um 17.45 Uhr, Grazer Uhrturm

Fototermin mit:

OA Dr. Christian Schauer, Initiator 

Univ.-Prof. Dr. Christoph Grimm, AGO-Präsident

Univ.-Prof. Dr. Florentia Peintinger, Krebshilfe-Steiermark-Präsidentin

Assoz. Univ.-Prof. Mag. Dr. Juliane Bogner-Strauß, steirische Gesundheitslandesrätin
Mag. Robert Krotzer, Grazer Gesundheitsstadtrat

 

Neue Broschüre „HPV-Impfung gegen Krebs“

Die Österreichische Krebshilfe hat die Broschüre „HPV-Impfung gegen Krebs“ neu aufgelegt, in enger Zusammenarbeit mit dem Nationalen Impfgremium, dem Bundesministerium für Gesundheit, der Österreichischen Ärztekammer, der Österreichischen Apothekerkammer, Childhood Cancer International Europe und den medizinischen Fachgesellschaften für gynäkologische Onkologie, Vakzinologie, Kinderheilkunde, HNO, Gynäkologie, Urologie, Hämatologie & Medizinische Onkologie sowie von der Initiative gegen Unterleibskrebs „Petrol Ribbon“. Die Broschüre ist kostenfrei erhältlich unter service(at)krebshilfe.net sowie als Download unter www.krebshilfe.net/services/broschueren.

 

Für Rückfragen:

Christian Scherer

Geschäftsführer Österreichische Krebshilfe Steiermark

Tel. +43 664 33 22224, scherer(at)krebshilfe.at

 

Österreichische Krebshilfe Niederösterreich

Sibylle Rasinger BA, MSc
Geschäftsführung
Beratungsstelle Wr. Neustadt

Tel: 050899/2297 oder 2279
Mobil: 0664-3237233
Email: rasinger(at)krebshilfe-noe.at